Rezension: Du bleibst was du bist

Marco Maurer – Du bleibst was du bist. Warum bei uns 

Du bleibst was du bist

  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 384
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: In Deutschland gilt nach wie vor das Prinzip der sozialen Auslese satt Bildungsgerechtigkeit. Das hat auch der Autor Marco Maurer erlebt, denn er gehört zu den nur 23% der Nicht-Akademikerkinder, die es geschafft haben zu studieren. Aber das war alles andere als leicht. In seinem Buch erzählt er woran das liegen könnte. Er spricht dafür mit Bildungsforschern, Neurowissenschaftlern, Psychologen und natürlich vielen selbst Betroffenen.
  • Rezension: Ich bin selbst Lehrerin in einem sozialen Brennpunkt und daher liegt mir die Thematik besonders am Herzen. Außerdem habe auch ich studiert ohne das meine Eltern selbst einen Uni-Abschluss haben. Das Buch ist sehr lehrreich, allerdings phasenweise etwas schwer zu lesen. Man sollte es nicht an einem Stück lesen, sondern immer mal wieder ein Kapitel. Vielleicht rüttelt es den einen oder anderen auf und trägt dazu bei, dass sich die Verhältnisse in Deutschland doch wieder zum Positiven verändern und nicht weiter gilt, „du bleibst, was du bist“. Wer an der Thematik interessiert ist, dem kann ich das Buch wirklich empfehlen, es ist eine gute Grundlagenlektüre, die offen mit dem Thema umgeht.
  • Bewertung: 4 Sterne

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Filmtipp: Der älteste Schüler der Welt

Der älteste Schüler der WeltIch habe gestern einen wirklich wundervollen Film mit dem Titel „Der älteste Schüler der Welt“ gesehen. Letzte Woche hat mir jemand diesen Film empfohlen. Ich habe sofort begonnen danach zu suchen und ihn mir dann sofort bestellt, als ich herausgefunden hatte, worum es geht. Der Kenianer Kimani Ng’ang’a Maruge kämpft im Alter von  84 Jahren darum, eine Grundschule besuchen zu dürfen um Lesen zu lernen, weil er einen Brief der Regierung und vor allem auch die Bibel mit eigenen Augen lesen möchte. Er hatte kurz vorher im Radio von dem neuen Gesetzt gehört, dass das Schulgeld abgeschafft und  der Schulbesuch nur für alle kostenlos ist. Leider stößt er schon nach kurzer Zeit auf Schwierigkeiten, doch er lässt sich nicht davon ermutigen und gibt nicht auf. Am Ende darf er nicht nur weiter zur Schule gehen, sondern sogar vor der UNO sprechen. Damit  sorgt er dafür, dass das viele andere Erwachsene beginnen, dass lesen und schreiben zu lernen. Besonders emotional ist der Film dadurch, dass man weiß, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht und Kimani Ng’ang’a Maruge in seinem Leben jede Menge schlimme Dinge erleben musste, von denen wir in Rückblenden erfahren. Diese Geschichte ist ein wundervolles Beispiel dafür, dass es sich lohnt zu kämpfen und macht deutlich, dass Bildung nicht überall selbstverständlich ist. Die Lehrerin Jane im Film finde ich auch echt großartig, wie sie sich nicht einschüchtern lässt und vor allem mit welcher enormen Freunde und Begeisterung sie ihrem Beruf nachgeht. Und dann ist der Film auch noch ein Bespiel dafür, wie man die Vergangenheit hinter sich lassen und seine Vorurteile überwinden kann. Alles ist allem ist dieser Film wirklich großartig – aber legt euch ein paar Taschentücher bereit, denn er ist auch wirklich sehr emotional.

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