Rezension: small talk

Magda Bleckmann – Smalltalk. Wie introvertierte Menschen ihre Stärken erkennen  und leichter ins Gespräch kommen

  • Verlag: Goldegg
  • Teil einer Reihe: Nein
  • Seitenzahl: 233
  • Inhalt: Es handelt sich um ein sehr praxisorientiertes Sachbuch mit dem Ziel, dass die Leser die hohe Kunst des Smalltalks erlernen oder ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten verfeinern. Die Autorin hält Smalltalk für den Türöffner schlechthin, in jeder Beziehung. Die Gliederung der Thesen orientiert sich an den Buchstaben des Alphabets und ist in bekömmliche kleine Häppchen unterteilt. Beispiel Buchstabe D: Dauerredner Besserwisser und Langweiler oder das Ende jeder guten Unterhaltung. Unterpunkte: Die Situation: nervig! So tickt der Dauerredner. Was also tun? Lange Rede kurzer Sinn. Dann erhält der Leser tatsächlich eine Handvoll wirkungsvoll erscheinender Lösungen. So geht es weiter anhand der Buchstaben bis zum Z, den für mich fast wichtigsten Buchstaben, der das weite Feld des Zuhörens behandelt. Neben nachvollziehbaren Strategien wie man selbstsicherer und unterhaltsamer werden kann gibt es auch Warnungen vor unmöglichen Eingangssätzen und Rankings über absolute  DON`TS.
  • Rezension: Nach der ausführlichen Anleitung wie man mit Smalltalk punkten kann, macht die Autorin ein bisschen Werbung für ihre Netzwerkseminare unter der Überschrift: Und wie geht es weiter? Tipps, wie man erfolgreich ein Netzwerk knüpft. Grundlage dafür ist natürlich (laut Aussage der Autorin) das erfolgreiche Umsetzen ihres Programms und die Beherzigung aller ihrer Tipps. „Sie sind jetzt bestens vorbereitet und können sich jederzeit und mit jedem locker unterhalten.“ Das wirkt ein wenig penetrant. Offensichtlich hat sie ihre Empfehlungen zur Selbstwertsteigerung und Selbstsicherheitszuwachs  selber  ein wenig zu stark internalisiert.
    Das Buch ist leicht lesbar, kurzweilig  und gut verständlich. Die Autorin hat es nicht nötig, den Text mit speziellen, meist unbekannten Fachausdrücken künstlich aufzuwerten. Das ist gut. Sehr gut finde ich  (wie bereits erwähnt)  den Abschnitt über aktives Zuhören. Ich denke, gerade diese Kompetenz sollte wieder mehr in den Fokus gerückt werden und dazu liefert die Autorin einen gut fundierten Beitrag, der  auf den Thesen von Carl Rogers, dem Begründer der Gesprächstheorie in der medizinischen Psychologie, beruht. Dazu gibt es  praktische Anweisungen, wie man verbal und nonverbal signalisieren kann, dass man aktiv zuhört. Das ist nicht nur für Smalltalk wirkungsvoll, sondern sollte auch in der täglichen Kommunikation wieder reaktiviert werden, da es sich um ein wirksames Mittel zum respektvollen Umgang miteinander handelt.
    Insgesamt denke ich, dass der Ratgeber aufschluss- und hilfreich ist für Menschen, die eigentlich über Sozialkompetenz verfügen und nur ein paar Anregungen brauchen, wie man kritische Kennlernsituationen geschliffen meistern kann, wie man im Berufsleben besser klarkommt, wenn man oft in Situationen geworfen wird, in denen man zu viele Menschen und Komponenten nicht kennt. Nicht erfolgreicher beim Smalltalk werden durch diesen Ratgeber introvertierte Menschen, die im Untertitel erwähnt werden, denn diese Persönlichkeiten brauchen andere Stabilisierungshilfen als die Anweisungen: Mach mal, probier mal….Auch Menschen, die gerne individuell und eigenständig denken,  werden keine vorgeformten Eröffnungssätze wiederholen, nur um die von der Autorin abgelehnten Sätze über Wetter, Hobbies und Krankheiten zu entgehen. Wenn nur alles so leicht wäre, wie  Frau  Bleckmann uns weißmachen  möchte, bräuchten wir auch keine Ratgeber. Sie sagt plötzlich, mitten im Anweisungstext : Es ist alles eine Frage der Gewohnheit…. Und falls Sie einen Coach dafür brauchen: Ich stehe zur Verfügung! Ein bisschen peinlich .
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.goldegg-verlag.com/titel/small-talk/

 

ICH HABE DEN TITEL ALS REZENSIONSEXEMPLAR ZUR VERFÜGUNG GESTELLT BEKOMMEN

Flattr this!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Rezensionen 2019 von Zorro. Permanenter Link des Eintrags.
Zorro

Über Zorro

Ich heiße Angelika Zörnig, bin Jahrgang 1948 und liebe Bücher und "Mon Cherie". Diese Kombination ist unschlagbar, besonders wenn es sich um Biografien, Familienromane, Psychodramen, Kurzgeschichten, Novellen und Lyrik handelt. Ansonsten gehe ich leidenschaftlich gern ins Theater und ins Kino oder beschäftige mich mit Märchenerzählen. Ich arbeite als Honorarkraft an einer Hamburger Grundschule. In dieser schönsten Stadt der Welt bin ich auch geboren und habe den größten Teil meines Lebens dort verbracht. Die Rezensionen werden von Stephi abgetippt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.