Rezension: Der emotionale Rucksack

Vivian Dittmar –  Der emotionale Rucksack. Wie wir mit ungesunden Gefühlen aufräumen

  • Verlag: kailash
  • Teil einer Reihe: Nein
  • Seitenzahl: 278
  • Inhalt: Jeder von uns schleppt einen emotionalen Rucksack voller Ballast mit sich herum. Darin eingesackt sind Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen aus der Vergangenheit, die wir seit unserer Kindheit darin speichern. Die belastenden Gefühle möchte man aber lieber loswerden, weil sie oft unverarbeitet sind und uns in bestimmten,  unerwarteten Situationen überrollen und uns zu unangemessenen Reaktionen verleiten. Wir geraten aus der Fassung, ohne zu wissen warum. Die Autorin hat dazu einen Ratgeber geschrieben in leicht verständlichem Schreibstil. Sie rät uns zu einem neuen heilsamen Umgang mit dem emotionalen Rucksack und erklärt, dass das emotionale Gepäck kein überflüssiger Ballast ist,  sondern voller Schätze steckt. Um das zu entdecken, brauchen wir emotionale Hygiene, die durch die Technik der bewussten Entladung -ein Gesprächsformat- erreicht werden soll. Die inhaltliche Trennung von Gefühl und Emotionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Ratgeber gliedert sich in drei Teile: Im ersten wird das emotionale Gepäck  beleuchtet, im zweiten Möglichkeiten zum bewussten Umgang mit den Altlasten skizziert und im dritten  werden Anleitungen zur erfolgreichen  emotionalen Hygiene vorgestellt. Es folgt ein Anhang mit Schritt für Schritt Anleitung zur Erarbeitung der Praxis der bewussten Entladung und ein Übungsverzeichnis.
  • Rezension: Die Autorin gibt sich große Mühe, dem Leser ihre Überzeugung und Gesundungsstrategien zu erläutern. Sie tut das mit vielen persönlichen Beispielen und in einer eher schlichten Sprache. Und sie tut das für mein Gefühl sehr redundant. Immer wieder geht es um Entladung, also Gesprächsführung, und emotionale Hygiene, egal wie das Kapitel überschrieben ist. Sicher ist das Buch  für Anfänger in Sachen Psychologie leicht verständlich und –insofern man ständige Wiederholungen mag- hilfreich. Für Fortgeschrittene bietet der Ratgeber keine neuen Erkenntnisse und ist eher etwas einschläfernd, dazu mit vielen Allgemeinplätzen angereichert.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.randomhouse.de/Paperback/Der-emotionale-Rucksack/Vivian-Dittmar/Kailash/e525997.rhd

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Rezension: Lehrjahre

Hartmut Schustereit – Lehrjahre. Über allgemeine  Wehrpflicht und individuelles Studium zu Olims Zeiten

  • Verlag: Frieling-Verlag Berlin
  • Teil einer Reihe: Nein
  • Seitenzahl: 184
  • Inhalt: Der Autor schildert seine Beweggründe, ein sogenanntes „gebundenes Leben“ zu führen, also in einer Armee zu dienen und seiner Wehrpflicht nachzukommen.  Das im Untertitel erwähnte zu Olims Zeiten bezieht sich nicht auf eine reale Person, sondern bedeutet so viel wie: vor langer Zeit, gebildet als scherzhafte Redensart aus dem lateinische Wort für „einst“ nämlich „olim“.Zur Zeit des kalten Kriege fühlt sich Hartmut Schustereit  verpflichtet , seine positive Grundhaltung zum Staat durch Mitarbeit und Übernahme von Verantwortung  unter Beweis zu stellen. Er dient. Während seines Wehrdienstes sammelt er viele hilfreiche Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen, was ihm während seiner Studienjahre, die im zweiten Teil des Buches ausführlich geschildert werden, zu Gute Kommt.
  • Rezension: Wer gerne Militärdienst leistet, weil das für ihn keine verlorene Zeit ist, wer die „echte Kameradschaft“ der Eingezogenen schätzt, wer Wert darauf legt , zu erfahren wie es ist, wenn man sich auf jemanden unbedingt verlassen kann, so dem Autor geschehen während der Absolvierung der  Wehrpflicht, für den ist das Buch sicher wohltuend. Ich habe andere Berichte gehört von Männern, die zum Bund mussten und eher unter Schikanen und Willkür zu leiden hatten  und nicht mit Respekt und Anstand behandelt wurden.Stolz präsentiert sich der Autor auf Seite 48 in Bundeswehruniform und mit stechendem Blick- hat er es doch zum Vorgesetzten  mit Disziplinargewalt gebracht. Der anschließende Teil mit seinem Bericht  über das Leben in akademischer Freiheit strotzt genauso von  Selbstbespiegelung und Eitelkeit. Ich finde das Buch schlichtweg überflüssig
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://frieling.de/Autoren/Schustereit,-Hartmut

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Rezension: Überlebenskampf

Gerhard Lützkendorf – Überlebenskampf.  Flucht 1946 – Der Weg in die Freiheit

  • Verlag: Frieling-Verlag Berlin
  • Teil einer Reihe: Nein
  • Seitenzahl: 248
  • Inhalt:Die Biografie von Gerhard Lützkendorf umfasst  schwerpunktmäßig die Jahre 1945 – 1946, die späteren Jahre bilden nur den Ausklang und das Fazit jener Zeit. 1943 wird er als Achtzehnjähriger zur Wehrmacht einberufen, macht eine Ausbildung zum Funker und wird dann zum Offizierslehrgang  nach Ostpreußen abgeordert.  Schon beim ersten Fronteinsatz wird er schwer verwundet. Nachdem er wieder genesen war,  musste er zum Kampfeinsatz  bei  Königsberg. Dort gerät er in sowjetische Gefangenschaft und wird in ein Lager in Leningrad gebracht. Die Zustände dort veranlassen ihn, über eine Flucht nachzudenken und zusammen mir Willy, seinem späteren treuen Weggenossen, plant und Verwirklicht er eine Flucht, die von niemandem für möglich gehalten wurde. Niemand habe es je geschafft, lebend aus sowjetischer Gefangenschaft zu fliehen. Der Weg der Flüchtenden führt bis vor Königsberg, damals schon unter polnischer Verwaltung. Wieder werden sie inhaftiert , diesmal kommen sie in ein polnisches Gefangenenlager, werden nach Warschau verlegt und planen erneut ihre Flucht. Auch diese gelingt mit Hilfe sorgfältiger Planung und Durchführung und einer großen Portion Glück. Auf deutschem Boden in Frankfurt/Oder trennen sich die Wege der Freunde, die ihre Heimreise zu den jeweiligen Familien antreten. Beide treffen ihre Familien lebend an, einander werden sie sich trotz Versprechen  nicht wiedersehen, da Willy in Österreich lebt.
  • Rezension: Die Biografie berührt zunächst durch das verletzlich wirkende Porträt des Autors, das ihn als Achtzehnjährigen auf dem Buchcover zeigt. Man kann sich vorstellen, welche Ängste, Qualen , Sehnsüchte jener  Mensch  auf seinem leidvollen Weg durch die Kriegswirren  empfunden haben mag, wirkt er doch so zerbrechlich und jung- wie einer, der sich am liebsten mit schöngeistiger Literatur beschäftigt.Die Aufzeichnungen des Autors seien “ein Mahnmal gegen den Krieg“- so der Klappentext. Nein, ich denke dazu sind sie zu persönlich und etwas launig aufgeschrieben. Der Stil erinnert eher an Schüleraufsätze, die Schilderungen der schrecklichen, angstauslösenden Ereignisse plätschern chronologisch vor sich hin. Es wird von “ Überraschungen auf der Reise“ und “unangenehmen Erlebnissen“ berichtet, Formulierungen, die den Leser eher nicht zu erschütterten Anteilnahme veranlassen. Nervig auch die Anhäufung  eines bildungsbürgerlichen Zitatenschatzes mit dem der Autor seine Belesenheit unter Beweis stellen möchte. Zu oft auch Eigenlob und Überheblichkeit. Trotzdem, die Biografie  ist authentisch und kurzweilig zu lesen, aber kein schonungsloser und eindrücklicher Bericht der damaligen Zustände. Persönliches Erleben ja, aber Generalisierungsmöglichkeit eher nicht. Aber am Ende des Berichtes hält der Autor zwei wesentliche Erkenntnisse seines Erlebens  fest, die ich für sehr wahr halte: Erstens,  Man sollte sich nicht so wichtig nehmen, alle sind ersetzbar und die Gutmenschen werden die Welt bestimmt nicht verbessern und zweitens die bekannten Philosophen, Dichter und Literaten haben viel Schönes und Richtiges geschrieben, nur eines nicht erkannt: Das Wesen des Menschen kann nicht verändert werden. Also: Handeln oder untergehen.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://frieling.de/Autoren/Luetzkendorf,-Gerhard

 

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SUB Dezember 2018

Mein SUB ist immer noch ziemlich hoch, aber so ist das nun mal als zweifache Mama ;-)

Stapel Ungelesener Bücher – „wohnen schon länger bei mir“

  1. Julian Wolf – Lila Winkelbaum und das Geheimnis der Zeituhr (RE Autor)
  2. Kholoud Bariedah – Keine Tränen für Allah (RE Knaur)
  3. Hartmut Schustereit – Lehrjahre (RE Frieling Verlag)
  4. Kara LaReau – Die unglaublich verrückten Abenteuer (…) (RE Knesebeck)
  5. Overwatch. Weltenführer (RE panini books)
  6. Headroom Verlag – Wolfgang Amadeus Mozart (RE Headroom Verlag)
  7. Gerhard Lützkendorf – Überlebenskampf (RE Frieling Verlag)
  8. Franka Bloom – Mitte 40, fertig los (RE rororo)
  9. Rob McCarthy – Autopsie (RE rororo)
  10. Vivian Dittmar – Der emotionale Rucksack (RE kailash)
  11. Marie Vareille – Vielleicht ist es ja Liebe (RE Penguin)
  12. Das Starwars Kochbuch (RE panini books)
  13. Elisa Pelz – My friends (RE Shaker Verlag)
  14. A. Christoph-Gaugusch – DemenZen und die Kunst des Vergessens (RE Carl Auer)
  15. Barbara Peters – Grünkohlsaurier gibt’s doch gar nicht (RE BVK)
  16. Katy Birchall – Warum mein Dackel (…) (RE Schneiderbuch)
  17. S. Y. Schwarz, D. Goldstein – Be mindful (…)  abschalten (RE RandomHouse Audio)
  18. Anna Weltman – Das ist auch kein Mathebuch (…) (RE Knesebeck)
  19. Leon und Jelena. Gesichten vom Mitbestimmen (…) (RE Verlag Bertelsmann Stiftung)
  20. Laura Dave – Hello Sunshine (RE RandomHouse Audio)
  21. Ann Kidd Taylor – Shark Club (RE der Hörverlag)
  22. Julia Petereit – Maja und das Orakel des Loa (RE ff Publishers)
  23. Sofia Cramer, Kati Naumann – Nachtflug (RE rororo)
  24. verschiedene Titel der Benny Blu Lernbuchreihe „Unser Planet“ (RE Verlag)

Stapel Ungelesener Bücher – „Neuankömmlinge“ Dezember

  1. HAINER. Der kleine Hai (RE Promotion Werft)
  2. Daria Schreiber – Und was willst du mal werden? (RE Merano Verlag)
  3. Julie Caplin – Das kleine Café in Kopenhagen (RE Rowohlt)

 

Dieses Buch lese ich gerade / habe ich gelesen. 

Diesen Titel habe ich bereits gelesen und rezensiert. 

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