So ändern sich manchmal die Pläne

Eigentlich hatte ich vor in den letzten zwei Wochen ganz viele Rezensionen zu veröffentlichen, doch dann  war erst ich krank und dann nach und nach meine gesamte Familie. Natürlich ging unsere Gesundheit dann vor und und hatte kaum Zeit zum Lesen und Rezensionen verfassen… Doch nun sind wir wieder fit und ich habe heute einiges geschafft und ich hoffe dass ich bis zum 31.12.17 noch ganz viele Rezensionen online stellen kann – gelesene Bücher gibt es nämlich noch ein paar.

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Rezension: Italien erwandern. Auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom

Thomas Bauer und Bruno Mazza –  Italien erwandern. Auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom

  • Verlag: Wiesenburg
  • Seitenzahl: 222
  • Teil einer Reihe?: Nein, aber es gibt noch mehr Reiseführer.
  • Inhalt und Rezension: Die beiden Autoren , Bruno, der in Deutschland arbeitende Italiener und Thomas aus Stuttgart, kennen sich aus München und machen sich gemeinsam als deutsch- italienisches Doppel auf den 500 km langen Pilgerweg, der den Spuren von Franz von Assisi folgt. Sie wollen dabei durch die Toskana, Umbrien und Latium wandern um das echte, ursprüngliche Italien aufzuspüren. Unterwegs erleben sie viele abenteuerliche Begegnungen, lernen Land und Leute und deren Kochrezepte kennen- kurz ein Reisebericht der besonderen Art.
     Der Reisebericht ist spannend, informativ und sehr unterhaltsam. Thomas, der Ich-Erzähler beschreibt mit Leichtigkeit und viel Witz über eigene Missgeschicke, Missverständnisse und Irrwege, aber auch beeindruckend über die Tiefe seines Erlebens und seine Reflexionen darüber. In der Buchmitte dokumentieren sehr persönliche Fotos den erwanderten Weg, in den Kapiteln befinden sich sehr leckere Originalrezepte aus verschiedenen Regionen, erweitert um Weinempfehlungen und sprachliche Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Gericht. Komplettiert wird der Reiseführer durch einen praktischen Anhang, der noch einmal deutlich macht, warum der Franziskusweg so faszinierend ist und was man über Reisezeit und Dauer und Sprachkenntnisse wissen sollte. Auch Geld, Gepäck und Übernachten sind ein Kapitelabschnitt. Das Fazit des Reiseführers von Thomas (Bruno musste nach einer Woche aus gesundheitlichen Gründen aussteigen) ist: Pilgern bedeutet seinen eigenen Weg wählen. Es ist laut Thomas das beste Symbol für unser Leben. Auch dort muss man immer Entscheidungen treffen und Abzweigungen einschlagen.Das Buch ist für Italienliebhaber genauso geeignet wie für Italien Kennenlernwollende und Abenteuerromanlesende. Die Untergliederung des Reiseführers in Passagen wie Historie, Kulinarisches, Landeskundliches, Anekdotisches, aber auch Informatives macht richtig Spaß und Reiselust. Mein erster Gedanke nach der Lektüre des Buches: Da will ich hin!
  • Bewertung: 

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Rezension: Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

Thomas Bauer – Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

  • Verlag: MANA Verlag
  • Seitenzahl: 270
  • Teil einer Reihe?: Ja, Abenteuer REISEN
  • Inhalt und Rezension: Konventionelle Reiseführer sehen anders aus: sie klassifizieren, katalogisieren, informieren nüchtern und bringen die Highlights in eine Reihenfolge. Ganz anders dieser neue Reisebericht von Thomas Bauer mit dem Untertitel: Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern und mich dabei in Japan verlor. Auf dem ältesten Pilgerweg der Welt rund um die japanische Insel Shikoku gerät er tief hinein in die japanische Kultur und Mentalität .Der Inhalt ist gegliedert in vier Abschnitte wie: Erwachen, Disziplin, Erleuchten, Nirwana, vervollständigt durch ein Kapitel: „Der Pilgerweg zu den 88 Tempeln von Shikoku“ , in dem der Leser auch etwas über Planung und Organisation einer Pilgerreise und deren Begründung erfährt. Den Abschluss des Buches bildet ein Glossar nützlicher japanischer Begriffe, das auch den auf eigene Faust Reisenden gut vorbereitet.In bekannter Thomas Bauer Manier schildert der Reisebericht wieder komische, verblüffende, überraschende und sehr persönliche Erfahrungen. Das Ganze liest sich spannend und der Leser erfährt viele Details von einem Land, über das die meisten nur die bekannten Vorurteile haben: Sushi zum Frühstück, Japaner sind höflich und haben keine eigene Meinung und sind stets bemüht, unter allen Umständen ihr Gesicht nicht zu verlieren. Aber dieses Bild wird auf vergnügliche und informative Weise korrigiert und vielschichtig durch andere Erfahrungen ersetzt. Das Buch ist mehr als ein Reisebericht, es ist ein Tagebuch der sehr persönlichen Art, ein landeskundlicher Führer gespickt mit hellsichtigen Kommentaren und nicht zuletzt eine Sammlung japanischer Märchen. Der Leser bekommt einen kleinen Einblick in das fremde aber nach der Lektüre des Buches neugierig machende Japan. Man sollte zwar auf eine Reise unbedingt einen konventionellen Reiseführer mitnehmen, aber als Einstimmung ist das Buch bestens geeignet und auch für den Angstabbau in ein Land zu reisen, dessen Schrift aus 15.000 Zeichen besteht.
  • Bewertung: 

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Rezension: Federleicht Die kreative Schreibwerkstatt

Federleicht Die kreative Schreibwerkstatt

  • Verlag: Integral
  • Seitenzahl: 284
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension:Wie der Titel schon verrät, erfährt der Leser hier nützliche Informationen, Tipps und Anleitungen zum kreativen Schreiben. In letzter Zeit gibt es eine Flut von Anleitungen zu dem Thema: Wie schreibe ich mein erstes Buch und welche Techniken brauche ich dazu und welche Befriedigung bereitet es mir? Dieses Buch fügt sich nahtlos in die Reihe der gutgemeinten Ermunterungen ein, sein eigenes Buch zu schreiben oder auch nur seinen Stil zu verbessern. Gleichzeitig soll die Kraft der Worte auch zur Lebenskraft werden. Das alles ist gut gemeint, handwerklich solide geschrieben, aber nicht eins zu eins umsetzbar, auch wenn man die vielfältigen Technikübungen absolviert. Es ist nun mal so, dass zum befriedigenden Umgang mit Sprache ein gewisses Talent, eine Leidenschaft, Sprachgefühl und Disziplin gehören. Die Autorin meint, schon die Tatsache, dass wir einem Stift erlauben, Worte zu schreiben, die von uns selbst kommen, macht uns zu kreativen, schöpferischen Wesen. Aber sie sagt auch, dass Dichtung ehrlich und wahrhaftig sein muss und sich daraus erst die Heilkraft der Dichtung ergibt. Das bedeutet, es bedarf des richtigen Wortes, zu dem der Leib Ja sagen kann und von dem man merken muss, wenn es nicht das richtige Wort wäre, stünde es nicht an dieser Stelle. Das zu erkennen und das richtige Wort zu finden ist mehr als angeeignete Schreibtechnik. Man spricht und schreibt eben nicht nur, weil Schweigen zu anstrengend ist, sondern weil man etwas zu sagen hat und um eine gute Form ringt.
    Das Buch ist ein Lust-auf-Schreiben-Macher, das für den Anfang für Überwindung von Sprachbarrieren und Schreibblockaden nützlich und praktisch ist, das aber bitte nicht dazu führen sollte, dass sich jeder Absolvent des Übungsteils als begnadeter Autor fühlen sollte, ohne vertiefende Übungen und Anstrengungen. Das die Beschäftigung mit Schreiben freudvoll, sinnerfüllt und kreativ sein kann, davon zeugt das Buch allemal.
  • Bewertung: 

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Rezension: Weiße Rose. Briefe

Christoph Probst – Weiße Rose. Briefe 

  • Verlag: Cello Verlag
  • Länge: 1 CD, 71 Minuten
  • Teil einer Reihe?: Ja, es ist Teil der Reihe „Unsere Geschichte“.
  • Inhalt und Rezension:  Der Name „Weiße Rose“ ist untrennbar mit Hans und Sophie Scholl verbunden. „Weiße Rose“ war der Deckname einer studentischen Widerstandsbewegung gegen das Hitlerregime. Hauptaktionsradius war München, aber Kontakte liefen auch zu Studentengruppen in Hamburg, Freiburg, Berlin und Wien. Der Münchner Kerngruppe, bestehend aus fünf Studenten und einem Philosophieprofessor, gehörte auch Christoph Probst an. Probst war ein lebensbejahender, verantwortungsbewusster junger Mann, der bei seiner Hinrichtung am 22. Februar 1943 dreiundzwanzig Jahre alt war und eine Frau und drei kleine Kinder hinterließ, das Jüngste erst vier Wochen alt. Die Widerstandsgruppe wandte sich aus Empörung über die sittliche und politische Kapitulation (1942/43) des Bildungsbürgertums mit Flugblättern und Inschriften wie „Nieder mit Hitler“ an die Öffentlichkeit, um den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem jeder wartet, bis der andere anfängt und so alle schuldig werden. Probst Geisteshaltung war folgende: „ Wir haben durch unsere Haltung und Hingabe zu zeigen, dass es noch nicht aus ist mit der Freiheit des Menschen. Einmal muss das Menschliche hoch emporgehalten werden, dann wird es eines Tages wieder zum Durchbruch kommen.“
    Enttarnt wird Probst durch einen Zufall. Hans Scholl hatte bei seiner Verhaftung einen handschriftlichen Entwurf von Probst für ein Flugblatt in der Tasche, den er zerriss und verstreute. Die Handschrift verriet Christoph, den man aus aktiven Widerstandsaktionen herausgehalten hatte, da er ja Ehemann und Vater war. Die Briefe von Probst an seine Freunde und an Familienmitglieder sind aus Sicherheitsgründen kaum politisch gehalten. Sie charakterisieren den jungen Mann aufs Genaueste und der Mensch Christoph wird sehr lebendig, wenn man seinen Briefen lauscht. Den Briefen voran ist eine Kurzbiografie gestellt, so dass man „Christl“, wie er genannt wird, gut historisch einordnen kann. Dann folgen 13 Briefe an Mutter und Stiefmutter, an Geschwister und an seine Ehefrau und an Sophie und Hans, aus denen man den sensiblen Menschen Christoph sehr deutlich vor Augen hat, sehr berührt wird von den Schilderungen seiner Empfindungen, Sehnsüchte und guten Wünschen für andere. Selten hat mich ein Hörbuch so berührt , sicher auch durch die absolut passende Stimme des Schauspielers Sebastian Bezzel, die die Wärme aber auch die Selbstironie von Probst lebendig werden lässt. Aus allen Briefen werden neben der Lebenslust des Schreibers auch sein kritischer Verstand, die Fähigkeit zur Eigenanalyse und die große Fürsorge für seine Liebsten deutlich. Ihnen schreibt er einen Tag vor seiner Hinrichtung heitere Abschiedsbriefe, legt ihnen ans Herz, sich nicht um ihn zu sorgen, das könne er nicht ertragen, ihnen Kummer bereitet zu haben. Vielmehr sollen sie nie den Mut und das Vertrauen verlieren. Christoph Probst war ein wirklich besonderer junger Mensch, über den oder von dem man mehr hören oder lesen möchte.
  • Bewertung: 

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