Rezension: Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen, und dabei eine Menge über das Leben erfuhr

Ilka Piepgras – Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen, und dabei eine Menge über das Leben erfuhr

  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 240
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Als Ilka Piepgras vom plötzlichen Tod ihres Nachbarn überrascht wird, fühlt sie sich überfordert und hilflos, schließlich ist er erst 50.Das Thema Tod und Endlichkeit ist für sie bisher kein Thema gewesen und gehörte eher zu den Dingen, mit denen man sich besser nicht beschäftigt. Doch durch die Erfahrung des plötzlichen Todes des Nachbarn und dem Bewusstsein, dass ihre Eltern, denen sie sehr verbunden ist, auch die Generation ist , die allmählich stirbt, beschließt sie, sich mit dem Tod und vor allem mit dem Sterben auseinanderzusetzen. Sie macht eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin. Sie begegnet todkranken und alten Menschen in verschiedenen Einrichtungen oder zu Hause und führt Gespräche mit Menschen am Lebensende über den Sinn des Lebens. Mit einem katholischen Theologen diskutiert sie verschiedene Vorstellungen von Gott und ob es einen Himmel gibt und sie spricht mit einer Mutter, die ihr Kind durch einen jähen Tod verloren hat. Fremde Einstellungen werden überprüft und in die eigene Bewertung übernommen und die Sterbebegleitung befähigt die Autorin einen tieferen Blick auf das Wesentliche im Leben zu werfen und das „Interview ihres Lebens“ mit ihrem todkranken Vater zu führen, in dem sich beide endlich über Tod und Sterben austauschen können.
  • Rezension: Das Buch berührt den Leser sehr und macht nachdenklich. Es regt an, sich mit den eigenen Vorstellungen vom Lebensende auseinanderzusetzen. Selbst wenn man nicht die Absicht hat, als Sterbebegleiter tätig zu werden, macht das Buch Mut und tröstet den Leser einmal durch die Erkenntnis, dass es anderen Menschen ähnlich angstvoll und zögerlich geht, wenn Gedanken an das Ende kommen. Zum anderen ist es schön zu lesen, dass man sich dem Thema auf verschiedene Weise nähern kann und so zu einer Unerschrockenheit gegenüber dem Sterben kommen kann, die sehr hilfreich im Umgang mit sterbenden Menschen ist, aber auch im Umgang mit der eigenen Endlichkeit Trost spenden kann.
  • Bewertung: 

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Rezension: Gottfried der Turborabe

Finja Skadi Volbracht , Christoph Fromm – Gottfried, der Turborabe. Enos gefährliche Reise

  • Verlag: Primero Verlag
  • Seitenzahl: 73
  • Teil einer Reihe?: Nein.
  • Inhalt: Gottfried ist ein ganz besonderer Raben denn er hat einen Turbodüsenmotor. Eines Tages möchte er eigentlich nur mal wieder in den Urlaub fliegen, als sein Motor plötzlich versagt und er abstürzt. Zum Glück landet er auf einem kleinen Boot, auf dem der Junge Enno mitten auf dem Meer treibt. Er erzählt Gottfried, dass er fliehen musste und seine Familie verloren hat. Nachdem sie Ennos Motor repariert haben fliegen sie gemeinsam weiter auf die nächste Insel…
  • Rezension:  Das Buch hat mich sehr neugierig gemacht, weil ich gespannt darauf war, wie es sich genau mit dem doch nicht ganz leichten Thema „Flucht“ auf kindgemäße Art und Weise auseinander setzt. Ich muss sagen, dass mir das Buch zwar gut gefällt, ich aber trotzdem nicht komplett überzeugt bin. Die Handlung an sich ist zwar kindgemäß, behandelt aber für mich das Thema nicht ausreichende genug. Auch das Ende finde ich nicht so gelungen. Außerdem ist sie sehr ausführlich – vielleicht sogar etwas zu lang und teilweise „überflüssig“, ich hätte mir da eher ein anderes Ende gewünscht. Vielleicht hätte man den Text an manchen Stellen auch einfach kürzen können ohne das die Handlung darunter leidet. Trotzdem macht es Kindern sicher Spaß diese Geschichte zu hören und sie regt auch ganz sicher dazu an, mit Kindern über das Thema Flucht ins Gespräch zu kommen. Auch die Illustrationen sind meiner Meinung nach wirklich sehr gelungen. Schade finde ich nur, dass der Text wirklich sehr im Vordergrund steht und nicht immer zu den Bildern passt (manchmal ist es im eine Seite verzögert). Auch hätte es mir persönlich besser gefallen, wenn der farbliche Hintergrund einheitlich gewählt worden wäre und nicht ständig wechseln würde. Trotzdem ist das Buch wirklich zu empfehlen.
  • Bewertung: 

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So ändern sich manchmal die Pläne

Eigentlich hatte ich vor in den letzten zwei Wochen ganz viele Rezensionen zu veröffentlichen, doch dann  war erst ich krank und dann nach und nach meine gesamte Familie. Natürlich ging unsere Gesundheit dann vor und und hatte kaum Zeit zum Lesen und Rezensionen verfassen… Doch nun sind wir wieder fit und ich habe heute einiges geschafft und ich hoffe dass ich bis zum 31.12.17 noch ganz viele Rezensionen online stellen kann – gelesene Bücher gibt es nämlich noch ein paar.

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Rezension: Italien erwandern. Auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom

Thomas Bauer und Bruno Mazza –  Italien erwandern. Auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom

  • Verlag: Wiesenburg
  • Seitenzahl: 222
  • Teil einer Reihe?: Nein, aber es gibt noch mehr Reiseführer.
  • Inhalt und Rezension: Die beiden Autoren , Bruno, der in Deutschland arbeitende Italiener und Thomas aus Stuttgart, kennen sich aus München und machen sich gemeinsam als deutsch- italienisches Doppel auf den 500 km langen Pilgerweg, der den Spuren von Franz von Assisi folgt. Sie wollen dabei durch die Toskana, Umbrien und Latium wandern um das echte, ursprüngliche Italien aufzuspüren. Unterwegs erleben sie viele abenteuerliche Begegnungen, lernen Land und Leute und deren Kochrezepte kennen- kurz ein Reisebericht der besonderen Art.
     Der Reisebericht ist spannend, informativ und sehr unterhaltsam. Thomas, der Ich-Erzähler beschreibt mit Leichtigkeit und viel Witz über eigene Missgeschicke, Missverständnisse und Irrwege, aber auch beeindruckend über die Tiefe seines Erlebens und seine Reflexionen darüber. In der Buchmitte dokumentieren sehr persönliche Fotos den erwanderten Weg, in den Kapiteln befinden sich sehr leckere Originalrezepte aus verschiedenen Regionen, erweitert um Weinempfehlungen und sprachliche Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Gericht. Komplettiert wird der Reiseführer durch einen praktischen Anhang, der noch einmal deutlich macht, warum der Franziskusweg so faszinierend ist und was man über Reisezeit und Dauer und Sprachkenntnisse wissen sollte. Auch Geld, Gepäck und Übernachten sind ein Kapitelabschnitt. Das Fazit des Reiseführers von Thomas (Bruno musste nach einer Woche aus gesundheitlichen Gründen aussteigen) ist: Pilgern bedeutet seinen eigenen Weg wählen. Es ist laut Thomas das beste Symbol für unser Leben. Auch dort muss man immer Entscheidungen treffen und Abzweigungen einschlagen.Das Buch ist für Italienliebhaber genauso geeignet wie für Italien Kennenlernwollende und Abenteuerromanlesende. Die Untergliederung des Reiseführers in Passagen wie Historie, Kulinarisches, Landeskundliches, Anekdotisches, aber auch Informatives macht richtig Spaß und Reiselust. Mein erster Gedanke nach der Lektüre des Buches: Da will ich hin!
  • Bewertung: 

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Rezension: Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

Thomas Bauer – Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

  • Verlag: MANA Verlag
  • Seitenzahl: 270
  • Teil einer Reihe?: Ja, Abenteuer REISEN
  • Inhalt und Rezension: Konventionelle Reiseführer sehen anders aus: sie klassifizieren, katalogisieren, informieren nüchtern und bringen die Highlights in eine Reihenfolge. Ganz anders dieser neue Reisebericht von Thomas Bauer mit dem Untertitel: Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern und mich dabei in Japan verlor. Auf dem ältesten Pilgerweg der Welt rund um die japanische Insel Shikoku gerät er tief hinein in die japanische Kultur und Mentalität .Der Inhalt ist gegliedert in vier Abschnitte wie: Erwachen, Disziplin, Erleuchten, Nirwana, vervollständigt durch ein Kapitel: „Der Pilgerweg zu den 88 Tempeln von Shikoku“ , in dem der Leser auch etwas über Planung und Organisation einer Pilgerreise und deren Begründung erfährt. Den Abschluss des Buches bildet ein Glossar nützlicher japanischer Begriffe, das auch den auf eigene Faust Reisenden gut vorbereitet.In bekannter Thomas Bauer Manier schildert der Reisebericht wieder komische, verblüffende, überraschende und sehr persönliche Erfahrungen. Das Ganze liest sich spannend und der Leser erfährt viele Details von einem Land, über das die meisten nur die bekannten Vorurteile haben: Sushi zum Frühstück, Japaner sind höflich und haben keine eigene Meinung und sind stets bemüht, unter allen Umständen ihr Gesicht nicht zu verlieren. Aber dieses Bild wird auf vergnügliche und informative Weise korrigiert und vielschichtig durch andere Erfahrungen ersetzt. Das Buch ist mehr als ein Reisebericht, es ist ein Tagebuch der sehr persönlichen Art, ein landeskundlicher Führer gespickt mit hellsichtigen Kommentaren und nicht zuletzt eine Sammlung japanischer Märchen. Der Leser bekommt einen kleinen Einblick in das fremde aber nach der Lektüre des Buches neugierig machende Japan. Man sollte zwar auf eine Reise unbedingt einen konventionellen Reiseführer mitnehmen, aber als Einstimmung ist das Buch bestens geeignet und auch für den Angstabbau in ein Land zu reisen, dessen Schrift aus 15.000 Zeichen besteht.
  • Bewertung: 

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Rezension: Federleicht Die kreative Schreibwerkstatt

Federleicht Die kreative Schreibwerkstatt

  • Verlag: Integral
  • Seitenzahl: 284
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension:Wie der Titel schon verrät, erfährt der Leser hier nützliche Informationen, Tipps und Anleitungen zum kreativen Schreiben. In letzter Zeit gibt es eine Flut von Anleitungen zu dem Thema: Wie schreibe ich mein erstes Buch und welche Techniken brauche ich dazu und welche Befriedigung bereitet es mir? Dieses Buch fügt sich nahtlos in die Reihe der gutgemeinten Ermunterungen ein, sein eigenes Buch zu schreiben oder auch nur seinen Stil zu verbessern. Gleichzeitig soll die Kraft der Worte auch zur Lebenskraft werden. Das alles ist gut gemeint, handwerklich solide geschrieben, aber nicht eins zu eins umsetzbar, auch wenn man die vielfältigen Technikübungen absolviert. Es ist nun mal so, dass zum befriedigenden Umgang mit Sprache ein gewisses Talent, eine Leidenschaft, Sprachgefühl und Disziplin gehören. Die Autorin meint, schon die Tatsache, dass wir einem Stift erlauben, Worte zu schreiben, die von uns selbst kommen, macht uns zu kreativen, schöpferischen Wesen. Aber sie sagt auch, dass Dichtung ehrlich und wahrhaftig sein muss und sich daraus erst die Heilkraft der Dichtung ergibt. Das bedeutet, es bedarf des richtigen Wortes, zu dem der Leib Ja sagen kann und von dem man merken muss, wenn es nicht das richtige Wort wäre, stünde es nicht an dieser Stelle. Das zu erkennen und das richtige Wort zu finden ist mehr als angeeignete Schreibtechnik. Man spricht und schreibt eben nicht nur, weil Schweigen zu anstrengend ist, sondern weil man etwas zu sagen hat und um eine gute Form ringt.
    Das Buch ist ein Lust-auf-Schreiben-Macher, das für den Anfang für Überwindung von Sprachbarrieren und Schreibblockaden nützlich und praktisch ist, das aber bitte nicht dazu führen sollte, dass sich jeder Absolvent des Übungsteils als begnadeter Autor fühlen sollte, ohne vertiefende Übungen und Anstrengungen. Das die Beschäftigung mit Schreiben freudvoll, sinnerfüllt und kreativ sein kann, davon zeugt das Buch allemal.
  • Bewertung: 

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