4. Mai 2012
Autor: Stephi | Abgelegt in: Rezensionen 2012
Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

- Verlag: Krüger (Fischer)
- Seitenzahl: 382
- Teil einer Reihe?: Nein
- Inhalt:
Harold Fey wollte eigentlich nur einen Brief in den Briefkasten werfen, doch dann pilgert er spontan 1000 Kilometer quer durch England. Wie es dazu kommt? Der Brief ist eine Antwort auf einen anderen Brief, den Harold zu Beginn des Buches bekommt. Dieser stammt von Queenie, einer ganz alten Freundin, die ihm mitteilt, dass sie schwer an Krebst erkrankt ist. Am Briefkasten denkt Harold dann es ist irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt zum einwerfen und geht immer weiter von Briefkasten zu Briefkasten bis er sich schließlich entscheidet zu Fuß zu Queenie zu gehen, um sie zu retten. Wie diese Reise aussieht? Lest selbst in diesem Buch.
- Rezension:
Dieses Buch ist einfach genial und ich war sofort angetan, als ich es überraschenderweise zugeschickt bekommen habe. Auch die damit verbunden Aktion des “Bücher-wanderns” hat mich sogleich angesprochen und überzeugt. Natürlich habe ich da mitgemacht. Das Buch ist, versehen mit meinen Kommentaren, schon auf der Reise zu einer Freundin, die das Buch als nächste Lesen und kommentieren wird. Die Geschichte von Harold ist einfach unwahrscheinlich bewegend und hat mich sehr zum nachdenken angeregt, darüber was eigentlich wichtig ist im Leben. es ist beeidruckend wie sehr Harlod an seine Idee glaubt und wie er es ohne jegliche Vorbereitung umsetzt. Ich glaube das könnte ich nicht, diese Spontanität und Konsequenz ist wirklich beeindruckend. Insgesamt war ich von der Person des Harold Fry sehr beeindruckt und auch davon wie in dem Buch mit den Themen unbewätigte Vergangenheit, Loyalität, Liebe und Sterben umgegangen wird. Es ist toll zu lesen, wie Harold Menschen bewegt und er ihnen hilft einfach dadurch, dass er da ist und zuhört. Ich selbst durfte auch schon oft die Erfahrung machen, dass man mit Zufallsbekanntschaften sehr gute und tiefsinnige Gespräche führen kann. Außerdem hat mich das Buch nachdenklich gemacht darüber, wie schnell Dinge in die Medien geraten und so “außer Kontrolle geraten” können. Die Krönung der Geschichte, in der ich immer wieder selbst über mich nachgedacht habe und die an sich schon bewegend ist, ist dieses unwahrscheinlich schöne und tiefsinnige Ende, dass damit beginnt, dass Harold und Maureen endlich über die Vergangenheit sprechen können, zuerst allein und dann sogar miteinander. Auch das Zusammentreffen von Harold und Queenie ist so unglaublich einfühlsam und schön geschrieben trotz seiner Traurigkeit. Mir sind die Tränen gekommen, als ich das Ende gelesen habe. Danke für dieses wundervolle Buch! Ich bin sicher, es wird noch viele Menschen auf seiner Reise berühren und sie zu einer eigenen inneren Reise anregen. Ich kann es daher nur weiterempfehlen!
Vielen Dank an den Krüger bzw. Fischer -Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Vorab-Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und mich auf die Aktion aufmerksam gemacht hat!
- Bewertung:

9. Apr 2012
Autor: Stephi | Abgelegt in: Rezensionen 2012
Maria Ernestam – Das verborgene Haus

- Verlag: btb
- Seitenzahl: 377
- Teil einer Reihe?: Nein
- Inhalt:
Viola verreist mit ihren zwei jugendlichen Töchtern und ihrem Mann Axel in ein Ferienhaus. Bei einem Besuch bei ihrer Schwiegermutter in einem Altersheim trifft sie auf die 90-jährige Lea, die ihr viel von ihrem Leben erzählt und ihr eine Sammlung von kurzen Gesichten gibt, die sie zum Nachdenken anregen über die Liebe und das Leben. Dabei merkt sie nach und nach, wie sie sich immer mehr von ihrem Ehemann entfernt, der schwer krank ist und sich seitdem sehr verändert hat. Am Ende steht Viola vor einer schwierigen Entscheidung…
- Rezension:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, obwohl sich seine Handlung in nur wenigen Sätzen zusammenfassen lässt. Es ist einfach sehr bewegend mitzuerleben, wie sich Viola und ihr Mann immer mehr entfernen und sich Viola gleichzeitig immer mehr Lea oder vielmehr ihren Geschichten annähert. Genau diese Kurzgeschichten innerhalb der großen Gesamtgeschichte sind es, die das Buch für mich so wertvoll gemacht habe, denn gemeinsam mit Viola haben sie mich zum Nachdenken über die Liebe und den Sinn des Lebens und die Frage nach der Ewigkeit nachdenken lassen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!
Vielen Dank an den btb-Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Vorab-Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
- Bewertung:

24. Jan 2012
Autor: Stephi | Abgelegt in: Rezensionen 2012
Mathias Jung – Der kleine Prinz in uns

- Verlag: Karl Rauch
- Seitenzahl: 155
- Teil einer Reihe?: Nein
- Inhalt:
In diesem Buch wird “der kleine Prinz” unter verschiedenen Aspekten neu beleuchtet, als Parabel über Kindheit und Erwachsensein, Freundschaft und Liebe, Krise, Tod und Hoffnung.
- Rezension:
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es sehr spannend, die Geschichte des kleinen Prinzen unter so vielen verschiedenen Aspekten zu betrachten. Auch hat mir das Buch tiefe Einblicke in die Hintergründe des Buches und des Lebens von Antoine de Saint-Exupéry sowie einiger seiner anderen Werke. Das Buch ist sehr kurzweilig zu lesen und regt das Nachdenken über viele verschiedene Dinge an. Besonders gut hat mir das Kapitel über “das Kind in mir gefallen” und generell die Behandlung des Themas “Kindsein” – es hat mich noch eimal darin bestärkt, wie wichtig es ist, sich das Kind in sich selbst zu erhalten, aber besonders auch, wie wichtig es ist, dass Kinder sie selbst sein dürfen und nicht von uns Erwachsenen “verbogen” werden. “Kindsein” ist das entscheidende an der Kindheit und KInder haben ihre ganz besondere Sicht auf das Leben und das sollten wir ihnen nicht nehmen, denn es ist wichtig, dass sie sich selbst finden und “einsortieren” können. Als Kind “verbogenen” Erwachsenen fehlt später ihr inneres Kind und somit ein Teil ihrer Selbst. Genau das macht dieses Buch sehr deutlich – das gefällt mir sehr gut. Ich finde auch den Umgang mit dem Thema Selbstfindung aber auch (Sehn-) Sucht sehr gelungen. Auch die Gedanken zu den Themen Politik, Wissenschaft, Stress und Tod regen durchaus zum nachdenken an. Ich werde die Geschichte des kleinen Prinzen von jetzt an in einem ganz anderen Licht sehen, denn es ist durch die Lektüre dieses Buches noch wertvoller geworden. Ich kann dieses wundervolle Buch deshalb nur allen Liebhabern des kleinen Prinzen empfehlen.
Vielen Dank an den Karl Rauch Verlag der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
- Bewertung:

20. Jan 2012
Autor: Stephi | Abgelegt in: andere Rezensionen (vor Blogbegin)
E. Heidenreich, M. Sowa – Erika oder der verborgene Sinn des Lebens

- Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
- Seitenzahl: 60
- Teil einer Reihe?: Nein
- Inhalt:
Die Berlinerin Betty hat ein schreckliches Jahr hinter sich, doch dann führt sie ihr Weg ins KDW und dort kauft sie anders als geplant auch ein riesiges Plüschschwein namens Erika. Und wie dieses Buch ihrem Leben irgendwie wieder einen Sinn gibt, wird in dieser Geschichte erzählt.
- Rezension:
Die Geschichte von Erika ist einfach herzerfrischend und lustig. Genau das Richtige für zwischendurch, wenn im eigenen Leben auch mal gerade wieder allen nicht s richtig optimal läuft. Es bringt einen zum lachen und neu über den Sinn des Lebens nachdenken. Die großen Illustrationen untermalen die Geschichte auf wundervolle Art und Weise und verleihen Erika ein Gesicht.
- Bewertung:

10. Okt 2011
Autor: Stephi | Abgelegt in: Rezensionen 2011
Zsusza Bánk – Die hellen Tage

- Verlag : Fischer
- Seitenzahl : 544
- Teil einer Reihe? : Nein
- Inhalt:
Drei Kinder, Seri, Aja und Karl wachsen gemeinsam in einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg auf. Sie haben es alle Drei nicht leicht. Seris Vater ist kurz nach ihrer Geburt gestorben. Aja stammt aus einer Artistenfamilie und sieht ihren Vater nur sehr selten. Sie wohnt mit ihrer Mutter in einer Baracke am Randes Dorfes. Karls jüngerer Bruder ist verschwunden und seine Eltern haben sich daraufhin getrennt. Gemeinsam suchen und finden sie einen Weg ins Leben uns stellen sich dabei oft die Frage ob es sich um Schicksal oder Zufall handelt. Begleitet werden sie von ihren Müttern, die es selbst nicht besonders leicht haben. Seri, Aja und Karl gehen nach der Schule zuerst gemeinsam nach Heidelberg und anschließen nach Rom und stellen dabei fest, dass das Leben und Erwachsenwerden alles andere als leicht ist.
- Rezension:
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und mich haben die Lebens-geschichten der drei Kinder und deren Familien tief bewegt. Es sind drei tolle Persönlichkeiten. Die Geschichte hat eine beindruckende Leichtigkeit, und hat es mir so ermöglicht gleichzeitig zum Lesen über den Inhalt nachzudenken. Oft bin ich dann in Gedanken weiter abgeschweift und habe es gar nicht bemerkt. Die Charaktere sind liebevoll und detailreich konstruiert und wandeln sich innerhalb der Geschichte, also ihrem Leben, mehrfach. Das macht die Geschichte besonders wertvoll und glaubwürdig. Toll finde ich, dass die Geschichte aus der Sicht von Siri beschrieben werden und man ihre Gedanken und Gefühle so hautnah miterleben kann. Die “Aufdeckung” ihres Namens innerhalb des Buches finde ich sehr gut gelungen und hat mir deutlich gemacht, wie sehr man daran gewöhnt ist, dass man immer den Namen einer Person wissen möchte. Allgemein gefallen mir dieses Rückblenden und Einschübe innerhalb der Geschichte sehr gut. Besonders gut gefällt mir außerdem, wie die Mütter und deren Entwicklung beschrieben werden und wie die Drei sich irgendwie gegen-seitig brauchen ohne es am Anfang selbst zu begreifen. Auch die vielen liebevollen Details des Lebens der Kinder und deren Eltern, wie etwas die Schilderung von Ajas Geburtstagsfeiern, dem Lesenlernen von Evi mit bunten Zetteln. Auch die Idee, dass Zigi seine Schuhe jeden Winter verschenkt, weil er selbst denkt, dass ihm seine einmal während der Wanderschaft von einem Engel geschenkt worden sind finde ich sehr beeindruckend. Es ist spannend mitzuerleben, wie die drei Kinder größer werden und auf einmal ganz neue Themen an Wichtigkeit gewinnen: Liebe, Schuld, Verrat und Vergebung, die wie ich finde sehr glaubhaft und einfühlsam beschrieben werden. So macht das Buch nachdenklich und “stupst” den Leser an über sein eigenes Leben nachzudenken und darüber was wirklich wichtig ist. Gerade auch deshalb gefällt mir der Titel “helle Tage” so gut, weil in dem Buch eben gerade nicht nur leichte Tage beschrieben werden, sondern das wirkliche Leben, so hart und kompliziert es eben manchmal ist. Es wird aber auch deutlich, wie liebens- und lebenswert das Leben ist, besonders wenn man die “hellen Tage” gut im Gedächtnis behält und es zeigt, dass eine Sekunde manchmal weitreichende Folgen haben kann. So können aus “dunklen Momenten” auch viele “helle Tage und Augenblicke” entstehen. Der Umgang mit der Frage ob Schicksal oder Zufall das Leben bestimmen wird so auf eine interessante Art und Weise behandelt. Die Frage nach dem “was wäre gewesen wenn” ist unwichtig, das jetzt zählt und das Wertschätzen der “hellen Tage”, dabei ist es letztendlich auch egal ob es Schicksal oder Zufall ist. Wobei ich persönlich glaube, dass nicht ohne eine tieferen Sinn geschieht und auch Zufälle oft schicksalshafte Begegnungen sind.
- Bewertung:
