Zorro

Über Zorro

Ich heiße Angelika Zörnig, bin Jahrgang 1948 und liebe Bücher und "Mon Cherie". Diese Kombination ist unschlagbar, besonders wenn es sich um Biografien, Familienromane, Psychodramen, Kurzgeschichten, Novellen und Lyrik handelt. Ansonsten gehe ich leidenschaftlich gern ins Theater und ins Kino oder beschäftige mich mit Märchenerzählen. Ich arbeite als Honorarkraft an einer Hamburger Grundschule. In dieser schönsten Stadt der Welt bin ich auch geboren und habe den größten Teil meines Lebens dort verbracht. Die Rezensionen werden von Stephi abgetippt.

Rezension: Straßburg und Umgebung

Stefan Woltersdorff – Straßburg und Umgebung

  • Verlag: Gmeiner
  • Seitenzahl: 188
  • Teil einer Reihe?: Ja, es gehört zur Reihe „Lieblingsplätze zum Entdecken“
  • Inhalt und Rezension:Der Autor stellt 77 Lieblingsplätze in und um Straßburg und Kehl und Umgebung vor. Die Auswahl bezeichnet er als völlig subjektiv und oft sogar zufällig. Wichtig waren ihm die geografische Streuung, eine thematische Vielfalt sowie die Beschränkung auf Ausflüge von nicht mehr als 40 km im französischen und deutschen Umland.Der ungewöhnliche Reiseführer ist wirklich von der besonderen Art. Thematisch übersichtlich gegliedert, mit ästhetisch schönen Bildern bereichert- sowohl witzige Detailfotos als auch stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen und wunderschöne farbige (nicht bunte) Abbildungen von Sehenswürdigkeiten. Am Ende findet der Leser drei Übersichtskarten, die es ihm erleichtern, die beschriebenen Plätze einzuordnen, bzw. zu finden, wenn er nach der Lektüre des Buches sofort nach Straßburg fährt. Denn so ist es mir ergangen: Da muss ich sofort hin! Denn der Reiseführer ist mehr als eine Aneinanderreihung nüchterner Fakten über eine Stadt mit so wechselhafter Geschichte, es ist auch eine Anekdotensammlung, ein historische Aufklärung und Vorstellung der verschiedensten Persönlichkeiten, die dem Elsass ihren Stempel aufgedrückt haben – und vor allem eine Liebeserklärung!
    Aber auch praktische Empfehlungen kommen nicht zu kurz. Zwar gibt es keine Hotelliste, keine „ Do“ und „Don`t“ Empfehlungen keinen Sprachführer und keine Städtefahrpläne. Dafür aber ist jede linke Seite, die den Text auf der rechten illustriert, mit Erklärungen, Adressen und Telefonnummern versehen. Auf jeder rechten Seite befindet sich unten noch eine weitere praktische Information zum behandelten Thema wie Öffnungszeiten, Adresse für`s Abschlussbier, Empfehlungen für Veranstaltungen im Nebengebäude, Essenszeiten für schmalere Geldbeutel und vieles mehr.
    Man kann das Buch aufschlagen, wo man möchte, der Aufbau ist immer gleich: linke Seite Illustration mit genauer Adresse, rechte Seite Beschreibung des Lieblingsplatzes, angereichert mit historischen Hintergrundsinformationen, unten Zusatz mit praktischen Tipps. Das ist übersichtlich, informativ und kurzweilig. Also, wenn ich in der nächsten Zeit nichts lese oder schreibe, bin ich in Straßburg!!
  • Bewertung: 

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Rezension: Das große Jahr

Alfred Munz – Das große Jahr

  • Verlag: Frieling Verlag Berlin
  • Seitenzahl: 116
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension: Der Untertitel des Buches lautet: „ Tagebuchnotizen aus den Jahren 1951 bis 1971“, und der Autor lässt uns teilhaben an tiefsinnigen, philosophischen Gedanken und Fragen des Lebens, wie z.B. : Wozu leben wir eigentlich? Aber er hält auch in Gedankensplittern fest, was ihm in der Natur begegnet, welche Bücher er gelesen hat , und ob sie ihn mit ihrem Gedankengut bereichern. Fast nichts ist dem Autor zu banal, um es zu betrachten und darüber zu sinnieren Das tut er oft mit intelligentem und facettenreichem Tiefgang, oft aber auch recht vordergründig . ( Bsp: Habe das gestrige Wandererlebnis aufgeschrieben. Nun ist mir wie nach einem Stuhlgang, nämlich leichter.)
    Alles in allem ein kluges Buch, das man nicht hintereinander weg lesen kann. Manche Notizen sind sprachlich überfrachtet und wirken so, als wolle der Autor viele Adjektive besonders originell einsetzten um die Gedanken interessant zu machen. Das tut aber den Gedanken nicht allzu gut, denn manchmal muss man sie erst von der Sprachverliebtheit des Autors lösen, um sie zu verstehen. Dann aber bieten sie eine Reihe von klugen Anstößen zum Über- und Weiterdenken.
  • Bewertung: 

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Rezension: Die Brüder Sass – geliebte Ganoven

Horst Bosetzky –  Die Brüder Sass- geliebte Ganoven

  • Verlag: Gmeiner
  • Seitenzahl: 217
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:Der biografische Kriminalroman , Untertitel „Wahre Verbrechen“, schildert das kurze Leben der Brüder Franz und Erich Sass als Geldschrankknacker im Berlin der 1920er Jahre und später in Dänemark. Die Handlung basiert zwar auf realen Begebenheiten, mit Personen, Daten und Ereignissen wird aber frei umgegangen. Erich und Franz entstammen einer zerrütteten Arbeiterfamilie. Zwar gibt es beide Elternteile, diese sind aber für die Kinder selten greifbar. Der Vater kümmert sich nicht um die Familie und die Mutter arbeitet viel und schwer, um ihre fünf Jungs und sich über die Runden zu bringen, also sind diese meist sich selbst überlassen. Die mittleren Söhne geraten schnell auf die schiefe Bahn, der älteste Bruder Paul kommt bald nach der Geburt zu einer Pflegefamilie, und nur der jüngste Bruder Hans besucht später mit Erfolg die Handelsschule und wird ehrbarer Kaufmann.Trotz dieses Hintergrundes wurden die Brüder Sass berühmt und das nicht nur durch überaus geschickt geplante und durchgeführte Beutezüge, die auf der genialen Idee beruhten, Banktresore mit Hilfe eines Schneidbrenners zu knacken. Da sie von dem erbeuteten Geld den Armen in Berlin in Robin Hood-Manier etwas abgaben, wurden sie zu Kultfiguren. Die Polizei, allen voran Kriminalsekretär Max Fabich, kommt ihnen zwar auf die Spur, aber man kann ihnen nichts nachweisen. Später, als die Nazis an die Macht kommen, fliehen sie nach Dänemark, wo sie ihr Handwerk weiter ausüben. Wegen Nichtigkeiten- wie abgelaufene ( gefälschte ) Pässe- werden sie nach Deutschland ausgeliefert und nach zwei Jahren Untersuchungshaft verurteilt und mit 36 bzw. 34 Jahren hingerichtet.
  • Rezension: Der Roman ist kurzweilig geschrieben, geschmückt mit Milieuschilderungen des damaligen Berlins. Erfrischend auch die immer wieder eingeflochtene Berliner Mundart. Die Familie wächst dem Leser ans Herz und man fiebert mit bei den akribischen Vorbereitungen der Beutezüge. Über weite Passagen lässt der Autor den Leser teilhaben an den logischen und zielgerichteten Planungen der Brüder, und man erkennt die praktische Intelligenz der beiden. Sie sind der Polizei haushoch überlegen und vergackeiern sie, z.B. durch den genialen Coup, mit Hilfe der abgetrennten Hand eines Toten irreführende Fingerabdrücke zu hinterlassen. Dass die Brüder niemanden verletzen und gegenüber der Polizei nicht kuschen sondern souverän argumentieren, macht sie nur noch sympathischer. Das alles liest sich sehr vergnüglich. Eher berührend und mitfühlend wird es, als der Autor die brüderlichen Gedanken nach dem Scheitern einiger Versuche schildert. Beide sind Stehaufmännchen und handeln nach dem Prinzip: „Jetzt erst recht.“ Sie wissen, dass sie keine Alternative haben. Sie haben einander und eine logische und umsichtige Denkweise, die sie zum Überleben brauchen. Dazu kommt das “gute Herz“ und der Autor schafft es, dass der Leser bei den Schilderungen des Jahres 1940 richtig traurig über die Hinrichtungen und damit über das Ende der Geschichte ist. Der Stil ist gradlinig vordergründig, eher “dem Volk aufs Maul geschaut“, aber das ist der Geschichte durchaus angemessen. Was hätte aus den Brüdern bei einem andern familiären Hintergrund alles werden können!!
  • Bewertung: 

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Rezension: Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück

Max Küng – Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück

  • Verlag: Kein & Aber
  • Seitenzahl: 384
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Ein fünfgeschossiges Wohnhaus in der Lienhardstrasse 7 in der Schweiz ist der Ausgangspunkt für die Verwicklungen der Bewohner. Sie können unterschiedlicher nicht sein, doch beim Blick ins Innere des Hauses erlebt der Leser einen Zeitpunkt, an dem alle eines gemeinsam haben: Sie erhalten die Wohnungskündigung und nun müssen sie notgedrungen mehr miteinander zu tun haben. Und obwohl Max Küng sagt: „Wir wissen nichts über unsere Nachbarn,. Das ist gut so. Wenigstens im richtigen Leben!“, erfahren jetzt Leser und Nachbar ungeahnte Charaktereigenschaften und Verknüpfungen der Mieter mit- und untereinander.
  • Rezension: Der Roman ist kurzweilig und leicht lesbar. Detailreich und wortgewandt werden die Personen geschildert, wobei detailreich für meinen Geschmack öfter zu weit geht. Denn es interessieren mich weder sprießende Mitesser mit schwarzer Spitze, noch Popel, verfangen in Nasenhaaren, noch der Vorgang der Ohrenreinigung mit genauer Schilderung des Ergebnisses, wenn es weder für den Fortgang der Geschichte noch zur Charakterisierung der Figuren oder deren Beziehungen von Bedeutung ist. Überhaupt sind die Geschichten ziemlich alltäglich und ohne Überraschung und Höhepunkte. Zwar entlarvt der Autor die Schwächen der Menschen mit hintergründigem Humor, aber man fragt sich, warum alle eigentlich gutgestellten Menschen irgendwie an einem Totpunkt ihres Lebens angekommen sind und warum sie nicht mehr aus ihrem Leben machen. Deshalb kam bei mir keine Empathe für die Personen auf und das Buch hat nicht nachgewirkt. Manche Handlungsstränge haben sich zudem im Nirgendwo verloren, die Kündigung kommt durch einen eher unglaubwürdigen Coup vom Tisch und der Titel wird zwar lapidar mittendrin erläutert, trägt aber nicht zum Verständnis bei. Der Titel geht zurück auf ein Sprichwort aus einem chinesischen Glückskeks, den ein Hausbewohner aufbricht, als er mit einem anderen Hausbewohner beim Besprechungsessen sitzt, um eine Strategie gegen die Kündigung zu entwerfen, sie haben aber keine.
  • Bewertung: 

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Rezension: Der Werwolf von Hannover- Fritz Haarmann

Franziska Steinhauer – Der Werwolf von Hannover- Fritz Haarmann

  • Verlag: Gmeiner Verlag
  • Seitenzahl: 313
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:Die Geschichte ist bekannt: Bis in die 50er Jahre kannte jedes Kind das „Haarmannlied“, gesungen nach der Melodie des Operettenliedes: „Warte, warte nur eine Weilchen, dann kommt auch das Glück zu dir.“ Daraus wurde: „…dann kommt Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Hackefleisch aus dir.“, und es wurde als Erziehungsmittel zur Ruhigstellung und Angepasstheit de Kinder zitiert. Fritz Haarmann, der Massenmörder und Kannibale von Hannover, lebte von 1879 bis zu seinem Tod durch das Fallbeil 1925. Seinen ersten Mord beging er im September 1918, den letzten 1924, insgesamt konnte man ihm 24 Tötungsdelikte nach sexuellen Übergriffen an jungen Männern nachweisen, wahrscheinlich waren es mehr als doppelt so viele. Die Autorin schildert in abwechslungsreichen Perspektiven die Vorgänge der Anlockung und der Ermordung: aus Haarmanns Sicht, aus der Sicht der Reporter, der ermittelnden Polizeibeamten und der betroffenen Familien, Angehörigen der Opfer. Haarmann war ein Massenmörder, der ausschließlich männliche Jugendliche ermordete, die Leichen zerstückelte und das Fleisch erfolgreich verkaufte, ebenso wie die Kleidung der Getöteten. Das Buch ist eine Biografie und ein Kriminalroman, beides meisterlich vereint.
  • Rezension:Massenmörder stoßen ab und faszinieren, mich jedenfalls, und dieser biografische Kriminalroman zieht des Leser in seinen Bann durch die Durchmischung von Fakten und fiktiven Dialogen und Überlegungen. Man denkt, so und nicht anders könnte es gewesen sein, aber man weiß es nicht und das lässt Spielraum für Fantasien und andere Interpretationen. Fiktiv ist die Fahrradtour zweier Freunde, Ludwig und Theo, die nach Hannover fahren und in das mörderische Geschehen eingezogen werden, veranschaulicht durch die reale Biografie des Mörders, später kommentiert durch Presseclub und Polizeikommissariat. Der Werwolf von Hannover ist ein spannendes und akribisch recherchiertes Buch, der forensisch sehr genau ist aber etwas zu wenig Einblicke in die Psyche des Massenmörders gewährt. Zwar wird durch die im „Originalton“ verfassten Passagen die Denkweise des Täters deutlich, aber warum seine Handlungsweisen sich durch so große Kaltblütigkeit und Hemmungslosigkeit auszeichnen wird nicht beleuchtet. Auch die Beziehung zu seiner Mutter, an die er oft mit großer Zärtlichkeit denkt und die er im Himmel wiedersehen möchte, kommt zu kurz.
  • Bewertung: 

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Rezension: Alma

Dagmar Fohl – Alma

  • Verlag: Gmeiner Verlag
  • Seitenzahl: 212
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:Es ist die Geschichte des Juden Aaron Stern, der als Deutscher in Hamburg aufwächst, mit Freude im Musikladen seines Vaters mitarbeitet, ein normales Kind, Gleicher unter Gleichen, bis er mit dewr Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zum „Volljuden“ wird. Er ist ein leidenschaftlicher und begabter Cellospieler, was ihm später eine Überlebenschance im KZ Ausschwitz verschafft. Gleichzeitig ist es die Möglichkeit, aus der äußeren gnadenlosen, feindlichen und zerstörerischen Welt zu entfliehen.
    1939 muss er Deutschland verlassen, da die Bedingungen für ihn und seine schwangere Frau Leah zu bedrohlich werden. Die Tochter Alma kommt aufgrund der Aufregungen und Anstrengungen zu früh zur Welt und ist zu schwach, um mit auf die Ausreise mit dem Schiff „St. Louis“ genommen zu werden. Schweren Herzens überlassen die Sterns die Tochter einem befreundeten Ehepaar und begeben sich auf die Reise nach Kuba, vorerst noch in der Hoffnung, Alma nachholen zu können. Doch die Hoffnung zerbricht, als die Kubanische Regierung die Einreiseerlaubnis zurückzieht und das Schiff auf der Suche nach einem Aufnahmeland eine vieltägige Irrfahrt unternehmen muss. Im Juni 1939 landet die St. Louis im Hafen von Antwerpen und Aaron und Leah kommen in ein Flüchtlingsaufnahmelager. Später werden sie nach Ausschwitz deportiert und erleiden in dem Vernichtungslager unvorstellbare Gräuel. Einzig die Musik rettet Aaron vor dem Schlimmsten und zurückgekehrt nach Hamburg, versucht er einen Neuanfang, der zunächst davon getragen ist, seine Tochter zu finden. Doch dann nehmen die Ereignisse unerwartete Wendungen.
  • Rezension: Als ich die Geschichte der Sterns ausgelesen hatte, war ich verwundert, dass die Welt draußen in Ordnung war. Das konnte eigentlich nicht sein, nachdem man so in das Schicksal eingesogen worden war! Intensiv und authentisch schildert die Autorin ihre Protagonisten. Es gelingt ihr vorzüglich, geschichtliche Fakten und fiktive Charaktere miteinander zu verbinden, so dass eine wahre Geschichte entsteht, wie sie vielen zugestoßen ist, aber mit Aaron erfährt der Leser mehr als furchtbare Behandlungen und Vorgänge in den KZs und Vernichtungslagern. Man erfährt viele Facetten eines gequälten Körpers und einer gefolterten Seele, die überleben wollen und dazu versuchen, die Sicht der Dinge für sich einzuordnen. Aaron ist Musiker im Lagerorchester und genießt dadurch Privilegien, die andere nicht haben. Er entwickelt später Schuldgefühle darüber, dass er seinen Lebenskampf mit dem Cello geführt hatte und darüber, dass er sich in das Grauen hatte einbinden lassen. Die Autorin schildert auch die andere Seite der Opfer: „ Juden wurden zu Handlangern in allen Bereichen in den Lagern und machten alles, um sich zu retten. Nur wenige kannten das Gefühl des Mitleids.“
    Die Schilderung des Schicksals der Juden, exemplarisch dargestellt an Aaron, führt bei dem Leser immer wieder zu einem ungläubigen Gefühl der Unfassbarkeit, wozu der Mensch fähig ist. Aber die andere Seite regt an, darüber nachzudenken, wie weit man selbst gegangen wäre, um zu überleben.
    Die Geschichte ist raffiniert angelegt. Dagmar Fohl lässt Zeitzeugen in Form eines Romans wiederaufleben und mahnt damit eindringlich, „dass die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung mit den Millionen von Opfern nie in Vergessenheit geraten darf.“ (Zitat Esther Bejarano, die im Mädchen orchester von Ausschwitz gespielt hat und eine der letzten noch lebenden Zeitzeugen ist. In dem Vorwort zu dem Buch äußert sie den Wunsch, der Roman möge etwas bewirken in Zeiten der zunehmenden Entmenschlichung. Dem Wunsch schließe ich mich aus vollstem Herzen an.)
    Ein ungeheuer intensives und, trotz des unendlich grausamen Hintergrundes, auch ein spannendes Buch, denn der Leser leidet und hofft mit Aaron, und man ist gespannt, wie dessen Leben nach der äußeren Befreiung weitergeht und ob er seine Tochter findet
  • Bewertung: 

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Rezension: Endlich aufgewacht: Erinnerungen

Gisela Hetzer – Endlich aufgewacht: Erinnerungen

  • Verlag: Frieling Verlag
  • Seitenzahl: 79
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Die Autorin schildert in dem schmalen Taschenbuch die Geschichte ihrer „Einswerdung“ mit sich selbst und Allem was sie umgibt. Dieser Weg ist steinig und mühsam, voller Höhen und Tiefen, wächst sie doch in einer elterlichen Umgehung auf, die für sie keine Geborgenheit und Liebe bereithält. 1944, gegen Ende, des zweiten Weltkrieges, wird sie in der Nähe von Bremerhaven als Jüngste von vier Geschwistern geboren. Die Eltern übernehmen die kleine Maschinen-Stcikerei der verstobenen Großeltern und arbeiten hart aber letztlich ohne Erfolg. Die Ehe der Eltern scheitert, Gisela kämpft mit mangelndem Selbstwertgefühl , Übergewicht und den Nachstellungen ihres Vaters. Wie sie ihre Selbstzweifel , Panikattacken und ihren Hirninfakt überwindet schildert sie offen und ehrlich in der vorliegenden Biografie.
  • Rezension: Um es vorweg zu nehmen: Das Buch ist sprachlich eine Katastrophe. Es handelt sich um Verschriftlicht Umgangssprache, die Einwürfe „Tja“, „O ja“ die Ausdrücke „nichtsdestotrotz“ und „obschon“ kommen gehäuft vor, die „Trage“ wird mit einer „Bahre“verwechselt. Inhaltlich kommen einige Ungereimtheiten vor , die den abständigen Leser ärgerlich machen – aber sicher nicht den betroffenen. Jeder, der sein Dasein so wie Gisela – zeitweilig als eine Qual empfindet, jeder der entmutigt und verängstigt ist, dem jede Selbstachtung und jedes Selbstwertgefühl fehlen und sich mit der Autorin identifizieren können auf Grund der verständlichen und schlichten Sprache und der Aufrichtigkeit. Gisela hat ihren Weg gefunden über einen Begegnung mit dem Göttlichen, was ja nicht jedem Suchen zuteil wird, aber besonders auch durch die Heilmethode Reiki, die sie jedem ans Herz legt. Möge ihr Wunsch in Erfüllung gehen, dass anderen , die Ähnliches erleben oder erlebt haben, mit ihrer Geschichte Mut gemacht wird.
  • Bewertung: 

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