Rezension: Der Wunderkasten

Rafik Schami – Der Wunderkasten

  • Verlag: Edition Bracklo
  • Seitenzahl: 52
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Der Inhalt ist schnell erzählt; ein alter Geschichtenerzähler zieht gemächlich mit einem großen Kasten auf dem Rücken von einem Viertel in Damaskus ins Andere. Er lässt die Kinder in seinen „Wunderkasten“ blicken und erzählt zu den Bildern die rührende Liebesgesichte von dem armen Hirtenjungen Sami zu der schönen Leila, der Tochter des reichsten Bauern im Dorf. Viele Abenteuer muss er bestehen, bevor die Liebe über alle Hindernisse siegt. Doch die Geschichte wandelt sich im Laufe der Erzählzeit, weil die wunderschönen alten Illustrationen langsam verblassen und durch moderne Ausrisse aus Zeitschriften ersetzt wurden. Da hatten die Kinder keine Lust mehr zuzuhören, und der alte Mann blieb Damaskus zwei Jahre lang fern, bis er mit seinem bilderlesen „Wunderkasten“ zurückkehrte….
  • Rezension: Schon wenn man das Buch nur in den Händen hält ohne es aufgeschlagen zu haben, ahnt man, dass es sich um ein besonderes Schmuckstück handelt. Die edle Leinenausgabe mit dem Bilder der gespannt wartenden Kinder auf der Titelseite verzaubert sofort und macht gespannt und neugierig. Und der Leser und Betrachter wird nicht enttäuscht. Die erste Doppelseite ziert ein wunderschönes, arabisch anmutendes Kachelmosaik. Es folgt ein neues Vorwort von Rafik Schami, in dem er seine Absicht erklärt, dass die Geschichte in der Geschichte alle Liebenden ermuntern soll, gegen alle Verbote zu ihrer Liebe zu stehen. Die Rahmengeschichte sein eine Geschichte unserer Zeit. Schami weiter: „Die wunderbaren Bilder haben aus dem Text einen Film auf Papier gemacht. Sie laden zum Verweilen ein und man wird mit witzigen Details, die sorgfältig komponiert sind, belohnt.“ Und wie das stimmt! Während die Bilder eine Ode an die Kunst des Sichtbarmachens und Vertiefens eines Textes sind, ist der Text eine Ode an die Kunst des Märchenerzählens. Es ist ein Buch zum Versinken mit allen Sinnen und besonders geeignet zum Innehalten und Betrachten. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz.
  • Bewertung: 5 Sterne

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Zorro

Über Zorro

Ich heiße Angelika Zörnig, bin Jahrgang 1948 und liebe Bücher und „Mon Cherie“. Diese Kombination ist unschlagbar, besonders wenn es sich um Biografien, Familienromane, Psychodramen, Kurzgeschichten, Novellen und Lyrik handelt.
Ansonsten gehe ich leidenschaftlich gern ins Theater und ins Kino oder beschäftige mich mit Märchenerzählen. Ich arbeite als Honorarkraft an einer Hamburger Grundschule. In dieser schönsten Stadt der Welt bin ich auch geboren und habe den größten Teil meines Lebens dort verbracht.

Die Rezensionen werden von Stephi abgetippt.

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