Rezension: Kastanienjahre

Anja Baumheier – Kastanienjahre

  • Verlag: Wunderlich
  • Seitenzahl: 412
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Erzählt wird die Lebensgeschichte von Elise, deren Herz an zwei Orten zu Hause ist: In Paris, wo sie seit über zwanzig Jahren lebt und in Peleroich, ein kleines, verschlafenes Dorf an der mecklenburgischen Ostseeküste, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Der Roman umfasst einen Zeitraum von fast siebzig Jahren, die Zeit von der Gründung der DDR über den Mauerbau bis zur Nachwendezeit 2018. Geprägt ist das Leben von Elise von zwei Männern aus ihrer Jugendzeit,  -Henning, der Fels in der Brandung und Jacob, der Charmeur, der künstlerische Neigungen hat- und der Gemeinschaft und den Menschen in Peleroich. Wie schon bei dem ersten Roman der Autorin, Kranichland, werden Kindheit und Jugend in Zeitsprüngen erzählt und wechseln sich mit den aktuellen Geschehnissen von Elises heutigem Leben ab. Als Elise nach vielen Jahren in ihr geliebtes Heimatdorf zurückkehrt, holt sie die Vergangenheit wieder intensiv ein.
  • Rezension: Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet: ein ansprechendes Cover -passend zum Inhalt- eine hübsche Karte auf der Innenseite von der Lage Peleroichs, mit den wichtigsten Gebäuden, deren Bewohner und Nutzer im Buch eine Rolle spielen,  z.B. der Kastanienhof, benannt nach der Kastanie auf dem Dorfplatz die in der Geschichte von großer, symbolischer Bedeutung ist. Ergänzt wird die Karte durch eine kleine Legende und auf der folgenden Seite von einem Personenverzeichnis, das ich besonders wichtig fand, da durch die Zeitsprünge die Zuordnung der Namen zu den Charakteren erschwert ist. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, der Erzählstil ist eindrücklich und gefühlvoll. Der Leser kann sich gut in Elise mit ihren zwiespältigen Gefühlen hineinversetzen. Die DDR wird nicht klischeehaft  als böse abgeurteilt, sondern durch Personen und Ereignisse verständlich gemacht. Man spürt, wie eine funktionierende Dorfgemeinschaft prägen kann, man geht mit Elise auf Erinnerungsreise und erfährt neben der persönlichen Biografie viel über das tägliche Leben in der DDR, über Konsummangel, Bespitzelung und Fluchthelfer, Schwierigkeiten bei der Berufswahl, aber auch über Nachbarschaftshilfe  und Zusammenhalt. Insofern ist nicht nur die Lebensgeschichte der Hauptprotagonisten lesenswert, sondern auch das Stück Zeitgeschichte, in dem sich das Leben abspielt. Die Autorin baut recht geschickt einen hohen Spannungsbogen auf, der zunehmend rasanter wird und bis zum Schluss trägt: Der Leser muss wissen, wer hinter den mysteriösen Briefen  steckt, die Elise erhält, und wie die Andeutungen, die darin gemacht werden, gemeint sind. Auch wenn schon vor dem Buchende klar wird, wer dieser Unbekannte ist, lohnt es sich sehr, bis zum Ende zu lesen.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.rowohlt.de/hardcover/anja-baumheier-kastanienjahre.html

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Rezension: Für immer die Deine

Jana Voosen – Für immer die Deine

  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 352
  • Teil einer Reihe?: Nein.
  • Inhalt:  Das Buch spielt zu zwei verschiedenen Zeitpunkten, die aber untrennbar miteinander verknüpft sind. Um das Jahr 1939 heut verfolgen wir das Schicksal Klara, die früh schwanger wird und dann ohne ihren Ehemann Fritz der während es zweiten Weltkriegs an der Front ist klar kommen muss und vor einer schwierigen Entscheidung steht, die ihr Leben grundlegend verändert. Und genau für dieses Schicksal interessiert sich im Jahre 2019 auch die Journalistin Marie. Sie ahnt allerdings nicht, was das mit ihrem eigenen Leben zu tun haben wird…
  • Rezension: Dieses Buch hat mich tief bewegt und das obwohl oder gerade weil sein Inhalt sich auf weniger Seiten zusammenfassen lassen würde. Es ist ein Buch der leisen Töne und gerade deshalb hat es mich so beeindruckt und berührt. Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, aber ich finde es wirklich beindruckend, was Klara erlebt und wie sie gehandelt hat. Ich möchte mir nicht vorstellen, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Aber ich finde es wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden und deutlich machen, was das Handeln einzelner bedeutet kann und wie mutig sie manchmal sind, aber auch was es bedeuten kann auf sein Gewissen zu hören. Zum Glück gab es auch während der NS Zeit solche Menschen – ihre Leben lässt niemanden kalt denke ich. Außerdem ist das Buch ein wundervolles Beispiel dafür was Liebe bedeuten kann und welche Kraft sie hat…  es hat mich sehr nachdenklich gemacht. Könnte ich auch so handeln und was kann ich in meinem Leben tun? Und so ging es dann ja auch Marie. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen!
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Fuer-immer-die-Deine/Jana-Voosen/Heyne/e546414.rhd

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Rezension: Der Raub der Himmlischen Tänzerin

Dietrich Schilling – Der Raub der Himmlischen Tänzerin. Ein Krimi aus Kambodscha

  • Verlag: Books on Demand
  • Seitenzahl: 271
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension: Erzählungen, die immer im ähnlichen Milieu und im selben Umfeld spielen, sind beliebt: Krimis aus Mallorca, aus der Bretagne, Venedig und jetzt Kambodscha, denn der Autor liebt dieses Land und bezeichnet es als seine zweite Heimat. Folglich spielen alle seine Romane dort und nun also ein Kriminalroman.
    Es geht um einen Kunstraub und kriminelle Machenschaften von dubiosen Antiquitätenhändlern exemplarisch in Kambodscha, aber das lukrative kriminelle Geschäft ist weltweit verbreitet, oft auch unter Beteiligung offizieller Behörden, die von  dem einträglichen illegalen Geschäft profitieren. Der Leser spürt die emotionale Nähe des Autors zu den Menschen in den Ländern Südostasiens. Lokalkolorit und Detailwissen drängen sich deshalb manchmal in den Vordergrund des Krimis, sodass der Plot zuweilen in den Hintergrund gerät. Aber Liebhaber von Kambodscha kommen bestimmt voll auf ihre Kosten, wenn der Autor seine gut beobachteten Szenen schildert.
    Für den Nichtkenner sind die fremdländischen Namen manchmal verwirrend, da sie oft gehäuft auftreten, wie bei den Straßennamen, wenn ein Akteur eine Strecke zurücklegen muss, die man detailgenau beschrieben bekommt, ohne dass  die Erwähnung etwas zur Aufklärung beiträgt. Aber der Autor hat zumindest etwas vorgesorgt mit einem Personenverzeichnis, in dem man immer wieder nachschlagen kann. Das muss man anfangs öfter , aber wenn der Krimi Fahrt aufnimmt, ist man schon mit den  Hauptpersonen vertraut und  erlebt sie als eigenständige Persönlichkeiten, deren Charaktere differenziert und lebendig beschrieben werden.
    Die Handlung ist in sich geschlossen, zuweilen vorhersehbar, aber dennoch flott zu lesen. Krimiliebhaber kommen auf ihre Kosten: Die Geschichte ist  spannend und hat zum Ende noch einen Überraschungscoup bereit. Die  Dialoge der Personen sind authentisch, überraschenderweise gibt es keine professionellen Ermittler,  sondern einen Hobbydetektiv, der sich mit seiner Frau oft gewitzte Rededuelle liefert. Gerade diese Passagen machen dem Leser besonders Spaß, da man sich beide  Eheleute durch die (fiktiven)  Beobachtungen des Autors gut vorstellen kann.
    Fazit: Ein flott geschriebener Krimi, dessen Spannung durch geschickten Szenewechsel aufrechterhalten wird. Die Lebensumstände der Beteiligten sind sehr plastisch geschildert, da mag man über die schon erwähnte Detailverliebtheit getrost hinwegsehen und sich der fremdländischen, faszinierenden Kulisse hingeben. Angeregt nach dem Buch zu greifen wird der potentielle Leser auchdurch das filigrane Titelbild einer Apsara, einer Himmlischen Tänzerin, das von Stephan Zörnig gestaltet wurde.

Quelle des Bildes: https://www.bod.de/buchshop/der-raub-der-himmlischen-taenzerin-dietrich-schilling-9783749462872

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Rezension: Frieda

Dagmar Fohl  – Frieda

  • Verlag: Gmeiner
  • Seitenzahl: 112
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Dagmar Fohl hat einen Roman über das Leben der Malerin Elfriede Lohse-Wächtler geschrieben, geboren am 4.12.1899 in Dresden. Der Roman beruht auf Tatsachen, alle handelnden Personen haben tatsächlich gelebt. Brieffragmente und kursiv gedruckte Passagen in dem Buch sind Originalzitate, der andere Text basiert auf historischen Quellen und Sekundärtexten. Die Autorin zeichnet das Leben der Malerin nach, vom selbstbewussten  jungen Mädchen, das mit 16 Jahren sein Elternhaus verlässt um in Dresden Kunst zu studieren und für seine Kunst zu leben bis zum tragischen Ende. Dazwischen liegen wilde Jahre, in denen sie Künstlerfreundschaften pflegt, unter anderem mit Otto Dix und Oskar Kokoschka und in denen sie den Maler und Opernsänger Kurt Lohse kennen- und lieben lernt. Es folgen schicksalhafte Jahre mit künstlerischem Durchbruch, aber auch mit langen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken und einer zerstörerischen Hörigkeit zu ihrem Ehemann Lohse. 1940 wird die Künstlerin in der Tötungsanstalt “Pirna-Sonnenstein“ von den Nationalsozialisten durch Vergasung ermordet.
  • Rezension: Ich muss zugeben, ich hatte noch nie von der Malerin Elfriede Lohse-Wächtler gehört. Darum hatte es mich so gereizt, über sie zu lesen, angesprochen durch das berührende Titelbild, das eine eigenwillige und sensible Frau zeigt und durch den Klappentext, der davon spricht, dass es sich um einen ergreifenden Roman handelt, der die Künstlerin eindrücklich nachvollziehbar macht. Beides erwies sich als zutreffend: Von der ersten Seite an geriet ich in einen Strudel- mitten hinein in das Leben und Erleben der Künstlerin. Was für ein literarischer und menschlich geprägter Genuss an den Gedanken und Empfindungen teilhaben zu dürfen. Schonungslos und hellsichtig analysiert Frieda, wie sie sich nennt, ihre Besessenheit und Liebe zu Kurt Lohse, ihrem Ehemann, der sich in einen brutalen Egomanen verwandelt und dem sie trotzdem hörig ist. Es folgen quälende Passagen, in denen Frieda genauso hellsichtig ihre Krankheitszustände, ihr Verhältnis zu den Eltern und die verbrecherischen Machenschaften der Nazis durchlebt. Die Autorin berührt den Leser aufs Tiefste, wenn sie psychologisch fundiert die psychische Verfassung ihrer Protagonisten nachzeichnet, ein Leben voller Qual und Leidenschaft, und gibt auch Einblicke in die gesellschaftlichen und historischen Verhältnisse. Eine der höchst beeindruckenden  Biografien, die ich in letzter Zeit gelesen habe, auch wegen des raffinierten Aufbaus.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/2026-frieda.html?mobile=inline

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Rezension: Die Traumwächter 2

Nick Reinhart & Dan Dreyer – Die Traumwächter. Band 2 – Der Finsterfelsen

  • Verlag: Knesebeck
  • Seitenzahl: 112
  • Teil einer Reihe?: Ja, es ist der zweite von drei Teilen. Der erste Band heißt „Traumwächter. Die Traumwelt“ und der letzte ist noch in Arbeit.
  • Inhalt: Alina ist entführt worden und ihre Freunde aus der Traumwelt müssen sie nun aus den Fängen des Alptraumlandes befreien. Das gestaltet sich natürlich alles andere als einfach und anders als erwartet…
  • Rezension: Den ersten Band der Traumwächter-Reihe habe ich förmlich verschlungen und mich daher sehr auf die Fortsetzung gefreut. Und auch wenn mir das Buch sehr gefallen hat und es mir wieder sehr viel Spaß gemacht hat das Schicksal der Jugendlichen zu verfolgen. Es ist unterhaltsam, lustig und spannend. Doch trotzdem muss ich sagen, dass mir der erste Band noch sehr viel besser gefallen hat und ihr müsst ihn unbedingt vorher lesen. Man versteht nichts und nimmt sich jede Menge Lesevergnügen, wenn man den ersten Band „auslässt“ oder später liest. Trotzdem kann ich dieses Buch – besonders in Kombination mit deinem Vorgänger – sehr empfehlen und bin gespannt, wie das ganz im dritten ud letzten Band weiter geht.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.die-traumwaechter.de

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Rezension: Hier kommt die Hatze

Sylvia Englert, Sabine Dully – Hier kommt die Hatze. Verrückte Vorlesegeschichten

  • Verlag: Knesebeck
  • Seitenzahl: 112
  • Teil einer Reihe?: Nein.
  • Inhalt: Hatzen sind wie es schon der der Name und das Bild vermuten lassen eine Mischung aus Hund und Katze. Sie sind außergewöhnliche Geschöpfe und wissen Rat in fast allen Lebenslagen. Und als eine Hatze bei Mia und ihrer Familien einzieht verändert sich ihr Leben…
  • Rezension: Das Buch ist einfach super, unglaublich lustig, phantasievoll und unterhaltsam. Ich möchte auch eine Hatze für meine Familie – mit ihrer Vorliebe für Kakao und Waffeln würde sie schon mal super zu uns passen und ich glaube fast unser Leben könnte sie auch super auf den Kopf stellen. So haben wir einfach jede Menge Spaß beim gemeinsamen Lesen und Anschauen der wundervollen Bilder gehabt – ich möchte unbedingt mehr davon und freu mich schon, wenn meine Zwerge beide größer sind und ich ihnen das Buch nochmal vorlesen kann – bis dahin müssen mir nach den Herbstferien erstmal die Kids in der Schule zuhören. Ich bin mir sicher sie werden genauso viel Spaß haben wie ich. Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, aber ihr dürft dabei auf keinen Fall vergessen euch die wunderbaren Bilder anzuschauen.
  • Bewertung: 

Quelle des Bildes: https://www.knesebeck-verlag.de/hier_kommt_die_hatze/t-1/794

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Rezension: Familienjahre

Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort – Familienjahre. Wie unser Leben mit Kindern gelingt

  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 304
  • Teil einer Reihe?: Nein.
  • Inhalt: Der ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie, -psychotherapie u.-psychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat aus dreißig Jahren Praxiserfahrung in diesem Ratgeber zusammengestellt, was Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern wissen müssen, damit glückliche Familienjahre Wirklichkeit werden.
  • Rezension: Familienratgeber finde ich immer sehr spannend – hauptsächlich für mir privat als Mama von zwei Kindern, aber auch beruflich. Daher habe ich auch sofort begonnen in diesem Buch zu lesen. Mir gefällt es sehr gut, dass im ersten Kapitel ganz klar gestellt wird, dass alle Familien anders sind und daher auch die Familienzeit anders ist. Auch die Idee von Erziehung durch „Vorleben“ finde ich sehr gut. Allerdings muss ich dann sagen, dass ich bei den ersten Kapiteln über die frühe Kindheit, manchmal doch nicht so ganz „einverstanden“ war mit dem Autor, etwas zum Thema „Nein“ oder „Stillen“. Die Anregungen finde ich gut, aber ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich recht damit hat und hätte mir gewünscht, dass seine Tipps dann doch etwas offener gehalten sind. Trotzdem kann dieses Buch auf jeden Fall eine Hilfe für das Gelingen von glücklichen Familienjahren sein, enthält auf jeden Fall viele Wertvölle Tipps und Denkanstöße und die Idee mit den Briefen an die Kinder finde ich einfach toll. Daher empfehle ich das Buch weiter auch wenn ich inhaltlich mit dem Autor nicht immer übereinstimme.
  • Bewertung: 

Quelle des INhaltes und des Bildes: https://www.droemer-knaur.de/buch/prof-dr-michael-schulte-markwort-familienjahre-9783426277713

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